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Initiative "Lesen in Deutschland" von Bund und Ländern

Pisa-Studie vergibt schlechte Noten für deutsche Jugendliche

Das Ergebnis der Internationalen Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 bescherte den deutschen Jugendlichen kein gutes Zeugnis: Im Vergleich der 32 Staaten belegte Deutschland bei der Überprüfung der Lesekompetenz lediglich Platz 21. In der fünfstufigen Bewertungsskala erreichen 13 Prozent der 15-Jährigen lediglich die unterste Stufe, weitere 10 Prozent noch nicht einmal diese. Das bedeutet, dass ein Viertel der deutschen Jugendlichen nur auf einem sehr elementaren Niveau lesen kann.

Der Begriff „Lesekompetenz“ meint nicht einfach, Lesen zu können, sondern legt besonderes Augenmerk auf die Fähigkeit, Texten gezielt Informationen entnehmen zu können sowie diese zu reflektieren und bewerten. In den Blickpunkt rückt so, dass Lesen ein wichtiges und grundlegendes Hilfsmittel zum Erreichen persönlicher und beruflicher Ziele ist, mithin die Voraussetzung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Zusammenhang zwischen Lesefreude und Leseleistung

Warum Kinder und Jugendliche gute oder schlechte Leistungen beim Lesen erbringen, hängt immer von mehreren Faktoren ab, die auch länderspezifisch variieren. In Deutschland spielt das mangelnde Leseinteresse bei Kindern und Jugendlichen eine Rolle. Der Anteil der 15-Jährigen, die überhaupt nicht zum Vergnügen lesen, liegt bei 42 Prozent und wird von keinem anderen Land der Pisa-Studie übertroffen. Andere Studien in Deutschland haben festgestellt, dass mit dem Eintritt in die Schule das Interesse sogar abnimmt. In zwei „Leseknicks“ nimmt das Interesse am Buch bei Kindern ab. Der erste Einbruch erfolgt zwischen dem 8. und 10. Lebensjahr, der zweite zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr. Die Leseleistung sollte somit durch Projekte verbessert werden, die die Lesefreude der Schüler steigern.

Durch Vorlesen die Lesefreude bei Kindern steigern

Die Weichen für die Lesefreude bei Kindern werden allerdings schon in einem sehr frühen Lebensalter gestellt. Hier sind die Eltern in ihrer Erziehung gefordert. Mit der regelmäßigen Gute-Nacht-Geschichte wird der Einstieg geschafft. Denn die Freude des Kindes am Lesen wird durch das Vorlesen der Eltern geweckt. Dabei sollte die Geschichte dem Kind gefallen und am besten bezieht man es schon in die Buchauswahl ein. Beim Vorlesen ist es wichtig, dass man langsam liest, die Wörter deutlich ausspricht und mit Lautstärke und Intonation variiert. Kinder werden oft Fragen während des Vorlesens stellen. Man sollte diese als Teil des Vorlesens akzeptieren und mit Geduld beantworten.

Sobald das Kind selbst lesen kann, bietet es sich an, die Gutenachtgeschichte im Wechsel zu lesen. Wie lange das Kind jeweils liest, sollte sich an dessen Lesekönnen ausrichten. Schließlich ist die Gute-Nacht-Geschichte kein Leistungstest, sondern soll Freude bereiten und dem Kind ein wohliges Einschlafen ermöglichen. Das regelmäßige Vorlesen am Abend kann durch weitere Aktivitäten wie Familienleseabend und Besuch einer Lesung für Kinder erweitert werden.

Einen Veranstaltungskalender sowie viele Informationen rund um das Lesen, die Förderung der Lesentwicklung finden sie auf der Internetseite Lesen in Deutschland, der Initiative von Bund und Ländern zur außerschulischen Leseförderung.

Detaillierte Ausführungen zur Pisa-Studie erhalten Sie beim Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

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