Body Shaping, Beach
Wear und Goethe-Jump
Der Verein Deutsche Sprache kämpft gegen unmäßige Anglisierung
Seit vielen Jahren tauchen in der deutschen Sprache mehr und mehr
englische Ausdrücke auf. Selbst dem nicht an Sprache interessierten
Bürger wird auffallen, dass besonders in Werbung und Medien
immer neue Anglizismen kreiert werden. Prominente verwenden häufig
englische Schlagwörter, gilt dies doch als „cool“.
Im Wirtschaftsleben findet man in manchen Sparten kaum noch eine
deutsche Stellenbezeichnung. Inwieweit dies der zunehmenden Internationalisierung
geschuldet ist, oder ob so Tätigkeiten wie Verkauf und Rechnungswesen
nicht einfach neuer Glanz verliehen werden soll, mag an dieser Stelle
offen gelassen werden. Würde man allerdings so manchen Arbeitskollegen,
der mit englischen „Fachvokabeln“ selbstsicher um sich
wirft, einmal fragen, was er denn genau meinte, so würde man
des öfteren vergeblich auf eine fundierte Antwort warten. Die
vermeintliche Fachkompetenz entlarvt sich nur allzuoft als Kompetenz-Imponiergehabe.
Ärger über Anglizismen führte zu Vereinsgründung
Die übermäßige Anglisierung der Deutschen Sprache
ruft nicht nur Begeisterung hervor. Große Teile der Bevölkerung ärgern
sich über die Flut englischer Wortkreationen. Menschen, die
schlecht Englisch sprechen, das sind insbesondere ältere Menschen,
werden zudem regelrecht ausgegrenzt. Der Überdruss an der
Unzahl unnötiger und unschöner englischer Ausdrücke
veranlasste Ende 1997 den Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Walter Krämer, den Verein Deutsche Sprache zu gründen,
der heute über 24.000 Mitglieder zählt. Der Verein weist
darauf hin, dass Sprache ein Kulturgut ist, das es zu bewahren
gilt. Er will die Menschen in Deutschland an den Wert und die Schönheit
ihrer Muttersprache erinnern. Dabei wendet er sich gegen den hemmungslosen
Gebrauch von Anglizismen, die sich sowohl in alltäglichen Begriffen
wie bike und outfit, als auch in modischen Schöpfungen wie Goethe-Jump
breit machen.
Denglisch und der Sprachpanscher des Jahres
Die unschöne und überflüssige Vermischung von Englisch
und Deutsch kennzeichnet der Verein als „Denglisch“.
Gegen die Entwicklung zum Denglischen tritt der Verein mit Aktivitäten
ein. Mit Informationsständen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen
wird die Öffentlichkeit informiert. Protestbriefe an Unternehmen
und Einrichtungen machen aufmerksam auf „pseudokosmopolitisches
Imponiergehabe“ und als „Sprachpanscher des Jahres“ wird
auf diejenige Person aufmerksam gemacht, die den penetrantesten denglischen
Begriff erfunden hat. Einen „echten“ Preis verleiht der
Verein zusammen mit der Theo-Münch-Stiftung und der Eberhard-Schöck-Stiftung
Personen, die sich besondere Verdienste um die deutsche Sprache erworben
haben. Im Jahr 2004 ging der Jakob-Grimme-Preis an den Satiriker
Loriot. Mit dem Anglizismen-Index legt der Verein ein Nachschlagewerk
vor, in dem man deutsche Wörter für gebräuchliche
Anglizismen findet.
Den Angliszismen-Index und weitere Informationen finden Sie auf
der offiziellen Homepage des Vereins
Deutsche Sprache e.V.
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